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Osterlager in Saint-Pierre-de-Bœuf

Osterlager Wildwasser

Dieses Jahr führte das Osterlager des KCBM wieder einmal in den wohl französischsten Ortsnamen überhaupt: nach Saint-Pierre-de-Bœuf – zu den Eaux Vives, wie das Wildwasser dort genannt wird. Lebhafter als im Hallenbad in Magglingen, wo ich im Winter die Kajakrolle erlernt hatte, war das Wasser im Osterlager allemal. Für mich bedeutete das Lager gleich einen dreifachen Schritt hinaus aus der Komfortzone: Erstens traf ich auf eine mir völlig neue Gruppe von Menschen, zweitens musste ich mich wieder einmal auf die Tücken des Zeltens einlassen, und drittens nahm ich an einem sportlichen Lager teil, statt wie sonst gemütlich über die Ostertage ein Buch zu lesen. Doch wie so oft lohnte es sich auch dieses Mal, die Komfortzone zu verlassen – und es stellte sich heraus, dass keine dieser drei Herausforderungen wirklich eine war.

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Die neue Gruppe an Menschen

Auf eine Gruppe zu treffen, die sich zum grossen Teil seit Jahren kennt, wäre in einer anderen Konstellation vielleicht eine Herausforderung. Nicht so im Osterlager des KCBM, wo alle Teilnehmenden engagierte, lustige, hilfsbereite, interessante, anpackende und ausgesprochen freundliche Menschen sind. Ob im Regen beim Zeltaufstellen oder gemütlich rund um die Feuerschale nach einem Tag auf dem Wasser – stets gab es gute Gespräche und viel zu lachen. Als ich einem Lagerteilnehmer gegenüber bemerkte, wie schön es sei, dass es hier ausschliesslich tolle Menschen gäbe, meinte er nur: «Natürlich! Es sind ja alles Kajakfahrerinnen und Kajakfahrer!»

Die Tücken des Campings

Zelten kannte ich bislang vor allem von Open-Air-Festivals – mit schiefen Abhängen, schlaflosen Nächten und mehr schlecht als recht aufgestellten Zelten. Das Camping im Osterlager war damit nicht zu vergleichen. Dank Chrigus unglaublichem Equipment verfügten wir über eine ausgezeichnete Küche, eine Feuerschale, gemütliche Beleuchtung – und am letzten Abend sogar über eine Heimkino-Anlage, um Videos von Chrigus Kajak-Trip nach Nepal anzusehen. Wir waren also wahrlich mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausgestattet.

Sportliche Tage

Im Zentrum des Osterlagers stand natürlich das Paddeln auf dem Wildwasser. Dank der grossartigen Betreuung der Profipaddler Philip, Sebi und Mario lernte ich, das Wasser zu «lesen» und von Kehrwasser zu Kehrwasser flussaufwärts zu paddeln. Die Stimmung war dabei nie verbissen oder überfordernd, sondern stets ermutigend – was in einem Sportlager nicht selbstverständlich ist. Und als ich einmal einen Erholungstag einlegen musste, konnte ich den anderen zuschauen, wie sie spielerisch über Walzen und Wellen manövrierten, flussauf- und flussabwärts unterwegs waren, bewusst oder unabsichtlich eine Rolle vollzogen – und dabei immer eine grosse Lebensfreude ausstrahlten.

Am Ende war das Osterlager gar nicht so weit weg von meiner Komfortzone, wie ich es erwartet hatte – sondern ein einzigartiges Erlebnis, von dem ich noch lange gerne erzählen werde. Allen, die das möglich gemacht haben – insbesondere Tobi für die ausgezeichnete Organisation – sei hier nochmals herzlich gedankt!